XRechnung

EN16931 definiert einen gemeinsamen Kern (Core Invoice) und nationale Erweiterungen, sogenannte Core Invoice Usage Specifications, CIUS. XRechnung ist die CIUS für Rechnungen an deutsche Behörden. Dabei ist derzeit Version 1.2.2, ab 01.01.2021 die XRechnung Version 2 verpflichtend.

Beispiel: Die Core Invoice erfordert für den Empfänger lediglich die Pflichtangaben Land und Email-Addresse. Laut deutschem §19 UstG muss eine Rechnung allerdings die Postanschrift des Empfängers beinhalten. Die Postanschrift ist folgerichtig unter den Attributen, die deutsche CIUS, die XRechnung, verpflichtend macht. In der XRechnung gibt es auch zusätzliche nichtverpflichtende Angaben wie Skonto. Skonto ist zwar auf deutschen Rechnungen üblich, im restlichen Europa aber nicht gebräuchlich und deshalb nicht Teil der Core Invoice.

Die Anforderungen der XRechnung können in UBL oder UN/CEFACT XML erfüllt werden. Eine UN/CEFACT XRechnung (wie diese) basiert auf derselben Schema-Datei und ist identisch zu der eingebetteten XML-Struktur in einem ZUGFeRD 2.0 PDF
nach dem EN16931 Profile.

Name Veröffentlichungsdatum Datei format Hybrid B2G B2B mit Abstimmung B2B ohne Abstimmung B2C XML Dialekt
XRechnung 1.0 2017-05-10 .xml n y y n n UBL, UN/CEFACT CII
XRechnung 1.1 2017-11-30 .xml n j j n n UBL, UN/CEFACT CII
XRechnung 1.2 2018-12-18 .xml n j j n n UBL, UN/CEFACT CII
XRechnung 2.0 2020-06-30 .xml n j j n n UBL, UN/CEFACT CII
ZUGFeRD 1.0 2014-06-25 .pdf j n j j j UN/CEFACT CII
ZUGFeRD 2.0 11.03.2019 .pdf j j j j j UN/CEFACT CII

Auf Heise finden Sie eine ZUGFeRD/XRechnung Gegenüberstellung.

Die XRechnung hat open-source XSLT style sheets veröffentlicht, die EN16931 XML in HTML umwandeln, und die auch mit EN16931-ZUGFeRD 2 und Factur-X-Dateien funktionieren.

Es gibt Online-Tools um sich beispielsweise eine UBL-XRechnung zusammenzuklicken.

Die generelle Idee ist, dass Rechnungen an nationale Behörden über zentrale Websites, Chorus in Frankreich und die “Zentrale Rechnungseingangsplatform” (ZRE) in Deutschland, hochgeladen werden. Die ZRE hat Zugänge für das Einreichen von produktiven sowie von Testrechnungen und benutzt höchstwahrscheinlich den Open-Source Kosit Validierer für Eingangsrechnungen. Ebendieser wird vermutlich auch auf dem OZG-RE, dem Rechnungsportal einiger Bundesländer benutzt.

Umsetzung

Wie auch ZUGFeRD, verwendet die XRechnung die EN16931 Rechenregeln für die Berechnung und Codelisten für die erlaubten Attribute.

Leitweg-ID

Zusätzlich wurde, um einen zentralen Upload zu ermöglichen einen als “Leitweg-ID” im BuyerReference codierten Empfänger. Es gibt eine Spezifikation für Leitweg ID 2.0 mit Prüfziffer, leider sind alte Versionen ohne Prüfziffer noch verbreitet. Das in der Spezifikation erwähnte Beispiel ist leider auch nur ein Rechenbeispiel aber obwohl der Bedarf dokumentiert wurde gibt es noch keine öffentliche Komplettliste oder einen Onlinedienst um Leitweg-IDs überprüfen zu können. Eine beispielsweise gegen das ZRE Testportal verwendbare Leitweg-ID ist beispielsweise die des DWD, die Herr Dedus in seinen Folien erwähnt.

Länderebene

Herr Hauschild hat Anfang 2018 in einer Rede die Situation der Länder, Städte und Landkreise zusammengefasst: (Folien). Er empfahl Leitlinien für die Behörden.

Seit 2019 veröffentlicht die Kosit eine detaillierte Beschreibung (Ausgabe April 2020) der Umsetzung in den Ländern und zusätzlich hat der Verband E-Rechnung eine Karte mit Informationen pro Bundesland veröffentlicht.

Versions, profiles

Die XRechnung 2.0 wurde am 30.06.2020 veröffentlicht und wird zum 01.01.2021 verpflichtend.

Sie hat jetzt zwei Profile (Standard und Extension) und nach der Veröffentlichung der Spezifikation wurden auch die Beispieldateien, die Validierungs-Schematron und die Kosit-Validiererkonfiguration aktualisiert. Derzeit sind lediglich UBL-Beispiele für das Extension-Profil verfügbar.

Beispiele

Codelisten

Alle erlaubten Attributwerte sind in der Tabelle Full listing of the code lists as used in EN16931 – version 4.0 aufgeführt.